Auszug aus Wikipedia:
Die Waschmaschine ist eine Vorrichtung vorwiegend zur Reinigung von Textilien. Unterschieden werden hauptsächlich Haushaltsgeräte und industrielle Waschmaschinen. Neben Kleidung werden auch rohe Fasern, Garne oder Stoffe gewaschen. Das Waschen dient zur Entfernung von Verschmutzungen, überschüssiger Farbe oder Hilfsstoffen aus dem Verarbeitungsprozess.
Eine Waschmaschine benötigt in der Regel einen Strom-, Frischwasser- und Abwasseranschluss. Einige Waschmaschinen vermeiden das energieintensive Erhitzen des Wassers mit Strom und verwenden stattdessen Erdgas oder werden zusätzlich an die zentrale Warmwasserversorgung der Hausinstallation angeschlossen. Allerdings wird heute meist mit niedrigen Temperaturen gewaschen, so dass zum Aufheizen ohnehin weniger Energie benötigt wird, die zusätzliche Ersparnis ist dann sehr begrenzt. Wenn das Wasser mit Temperaturen über 40° C zuläuft, denaturieren eiweißhaltige Flecken, die dann schwerer zu entfernen sind als in herkömmlichen Maschinen mit Kaltwasserzulauf.
Die in Europa am meisten verbreitete Bauform ist die Trommelwaschmaschine, bei der sich eine Wäschetrommel um eine horizontale Achse dreht. Man unterscheidet Toplader, bei denen die Ladeluke an der Oberseite liegt, und Frontlader, bei denen ein Bullauge als Ladeluke an der Vorderseite dient. Vorteil des Topladers ist, dass die Abdichtung der Tür einfacher gebaut werden kann. Ein Frontlader kann dagegen in eine Küchenzeile eingebaut werden und bietet auf der Oberseite Platz für eine Arbeitsfläche oder z. B. einen Wäschetrockner
Einige Modelle besitzen eine sogenannte Mengenautomatik. Diese sorgt für eine genaue Dosierung des benötigten Wassers und Spülmittel bzw. Weichspüler, sofern diese über den integrierten Waschmittelbehälter zugeführt werden. Die Steuerung erfolgt elektromechanisch oder elektronisch und ist abhängig von der Füllmenge sowie dem gewählten Waschprogramm.
Funktionsweise der Mengenautomatik (herstellerübergreifend): Sobald die beladene Maschine gestartet wird, holt die Maschine zeitgesteuert eine gewisse Menge Wasser. Der Wasserstand wird mit einem Druckwächter genau überwacht. Abhängig von der zu waschenden Kleidung und der eingefüllten Wäschemenge saugt die Wäsche einen gewissen Teil des eingelaufenen Wassers auf. Nach einer gewissen Laufzeit, üblicherweise während der Pausenzeiten zwischen der Drehrichtungsumkehr der Waschtrommel, wird der Zustand des Druckwächters durch die Steuerung ermittelt. Ist der Wasserstand zu gering, erfolgt weitere Wasserzufuhr bis zum Erreichen des Sollniveaus. Dieser Vorgang wird so oft wiederholt, bis das Sollniveau nicht mehr unterschritten wird. Durch die aufsummierte Zulaufzeit des Differenzwassers ermittelt die Steuerung durch eine hinterlegte Tabelle hinreichend genau, um welche Wäschemenge es sich handelt und welche Programmlaufzeit zu erwarten ist.
Die erweiterte Mengenautomatik berücksichtigt nicht nur den Wasserstand, sondern ebenfalls die Anzahl der Spülgänge. Funktion: Mittels Temperatursensor für die Laugentemperatur (ein Heißleiter als temperaturabhängiger Widerstand, englisch auch NTC) wird die Temperatur nach dem Einlaufen des Wassers beim ersten Spülgang ermittelt. Durch die Hauptwäsche befindet sich noch eine gewisse Menge warmen Wassers in der Kleidung, die langsam in das Spülwasser übergeht. Abhängig von der Zeit, die das Wasser zum Erreichen des höchsten Temperaturwertes benötigt, bestimmt die Steuerung die Anzahl der noch folgenden Spülgänge.
1986 führte AEG den Öko Lavamat, die erste Waschmaschine mit Öko-Schleuse zur Waschmitteleinsparung ein. Die Öko-Schleuse verhindert, dass sich das Wasser, das als allererstes ins Gerät eingelassen wird, in der Laugenpumpe und deren Anschlußschläuchen sammelt. Dieses würde beim Waschgang ungenutzt bleiben. Es enthält nämlich die meiste Menge an Waschmittel aus der Einspülkammer. Mit dieser Bauart wird Waschmittel gespart.
Handelsübliche Haushaltswaschmaschinen ziemlich aller Marken sind mit einer Unwuchterkennung ausgestattet. Bei Geräten von Bosch und Siemens wird dafür das Motor-Tachosignal ausgewertet. Vor dem Schleuderhochlauf wird die Trommel mit 100 U/min angesteuert, dann wird auf 75 U/min abgetourt. Durch das Motortachosignal (Istwertgeber im Motor) wird das Abtourverhalten über die Elektronik ausgewertet. Diese Abfrage kann mehrmals erfolgen, gefolgt von Wäscheauflockern. Die Unwucht der Trommel bestimmt die Schleuderenddrehzahl (Stufenweise Reduzierung) bis zum Schleuderabbruch bei zu großen Unwuchten. Geräte von V-Zug nutzen ein System, in dem eingelassenes Wasser im Trommelbereich und getrennt von der Wäsche, die Unwucht beim Schleudern ausgleicht. Damit entfällt eine Reduzierung der Schleuderdrehzahl.
Die Luftfalle, selten auch als Dom bezeichnet, beschreibt ein Bauteil innerhalb der Waschmaschine mit dessen Hilfe sich der Wasserstand ermitteln lässt. Vorstellen kann man sich dieses Bauteil wie eine auf dem Kopf stehende kleine Dose, an deren Öffnung ein dicker Schlauch verbunden ist. Auf der Oberseite hat diese Dose einen kleinen Anschluss für einen weiteren dünnen Schlauch. Steigt der Wasserstand in der Maschine, steigt auch der Luftdruck in dieser Dose an (siehe Boyle-Mariotte). Der dünne Schlauch leitet den Luftdruck an einen Druckschalter (mehrere Druckschalter für verschiedene Wasserstände) oder analogen Drucksensor weiter. Anhand des dort gemessenen Luftdruckes ermittelt die Maschine den Wasserstand.
Innerhalb der Luftfalle steigt der Wasserstand immer nur sehr leicht an. Wasserzirkulation gibt es hier keine. Durch diesen Umstand ist die Luftfalle ein beliebter Ort für Ablagerungen jeglicher Art (oft schlammige Reste von Weichspüler und Waschmittel). Fehler, die sich auf den Wasserstand beziehen, lassen sich oft durch Reinigen der Luftfalle beheben.
Die gleiche Technik zur Wasserstandsermittlung nutzt auch die Mehrzahl der Geschirrspülmaschinen.
Um Wasserschäden vorzubeugen, werden die hochwertigeren Geräte mit Aquastop angeboten. Bei einem Leck im Zulaufschlauch unterbricht ein Sicherheitsventil, welches sich direkt beim Wasserhahn befindet, die Wasserzufuhr. Manche Geräte haben zusätzlich einen Schwimmschalter in einer Bodenwanne eingebaut, der bei Wasseraustritt im Gerät die Wasserzufuhr unterbricht und gleichzeitig die Laugenpumpe aktiviert.